Naturgarten

verstehen – gestalten – erleben

Beratung und Gestaltung von Naturgärten und naturnahem öffentlichen Grün

Geschäftsstelle in Molfsee
Dipl.-Ing. (Landespflege) Wolfgang Heigelmann
0176 61576057
Eschenbrook 4
24113 Molfsee

Diese Frage wird sehr häufig an uns gerichtet, und ist, um der Bedeutung dieser besonderen Gartenform auch gerecht zu werden, nicht einfach und kurz beantwortet. Vielleicht hilft zur weiteren Klärung ein Ansatz mit der Frage, was ein Naturgarten nicht ist.

Ein Naturgarten ist einerseits weder ein unberührtes Stück Natur, andererseits aber auch kein verwilderter und chaotischer Garten. Ganz im Gegenteil. Wie alle anderen Gartenformen auch, ist ein Naturgarten ein abgegrenztes Stück Land und ein vom Menschen künstlich gestalteter „Freiraum“, der sehr wohl einer gewissen Ordnung unterliegt und der durch die Anwendung bestimmter Grundprinzipien seinen einzigartigen und natürlich wirkenden Charakter erhält.

Ein Naturgarten ist wohl die integrativste Gartenform, denn er vereint vielfältige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen. Ein naturnah gestalteter Garten leistet einen hohen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Darüber hinaus bietet ein Naturgarten zudem Antworten für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und zeigt Handlungsmöglichkeiten für ein klimagerechtes Gärtnern auf. So haben zum Beispiel heimische Pflanzen genetische Reserven, um sich an die Veränderungen durch die Klimakrise anzupassen.

Auch deshalb liegt das zentrale Merkmal eines Naturgartens in der vorrangigen Verwendung einheimischer Wildpflanzen. Unsere heimischen Tiere und Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution aneinander angepasst – teilweise sogar sehr stark aufeinander spezialisiert. In diesen wechselseitigen Beziehungen passen sie, wie im Schlüssel–Schloss–Prinzip, zusammen. Ein weiteres besonderes Merkmal eines Naturgartens liegt in seinem Strukturreichtum – der Vielzahl an Lebensräumen und Kleinstbiotopen wie Totholzstrukturen, Steinanlagen, Blühsträucherhecken oder Wasserelemente. Diese tatsächlichen „Lebensräume“ sind, neben einem breiten Blüten- bzw. Nahrungsangebot, besonders wichtig für die Entwicklung und den Fortbestand einer hohen Artenvielfalt.

Im Rhythmus eines Jahres darf – ja soll – sich ein Naturgarten in einem bestimmten Maß eigendynamisch entwickeln. Diese freie Entwicklung bietet Raum für eine Vielzahl wechselseitiger Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Pflanzen, Tieren und deren Lebensräumen und fördert zudem natürliche Kreisläufe. Durch ein Mindestmaß an Pflegemaßnahmen werden diese natürlichen Vorgänge gefördert und etabliert. Ein so gewachsener Naturgarten wird mit den Jahren zunehmend zu einem sich selbst regulierenden System und somit zu einer Oase des Lebens.


Unsere Naturgarten-Philosophie

Schutz der Artenvielfalt:  Lebensräume und Strukturen

  1. Wir planen und gestalten mit der Natur! Schon zu Beginn der Planung fließt unser Wissen um die natürlichen Kreisläufe und die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren und deren Lebensräume mit ein.
  2. Unser grundlegendes Ziel sind naturnahe und möglichst arten- und strukturreiche Naturgärten, sowie naturnahe gewerbliche und öffentliche Grünflächen mit Raum für Menschen, Pflanzen und Tiere.
  3. Für uns sind Naturgärten Lebensräume in denen sich die Ansprüche an die individuelle Nutzung und die Förderung von ökologischer Vielfalt nicht gegenseitig ausschließen. Wir möchten diese beiden Ansprüche in Naturgärten harmonisch miteinander vereinen.
  4. Wir versuchen, durch geeignete Pflanzen und natürliche Materialien sowie durch ökologische Arbeitsweisen und eine abgestimmte nachhaltige Pflege, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt an Formen von Lebensgemeinschaften und Biotopen besonders im Siedlungsraum zu fördern und zu erhalten.
  5. Unser Ziel ist es, möglichst viele der zur Verfügung stehenden Flächen zu begrünen. Dabei beziehen wir sogenannte Funktionsflächen wie z.B. Wege, Plätze, Fassaden und Dächer mit in die Gestaltung ein.
  1. Wir verwenden kein gentechnisch verändertes Pflanz- und Saatgut.
  2. Wir verzichten in der Pflanzenauswahl auf die Verwendung von sterilen und gefüllt blühenden Pflanzen.
  3. Ein besonderes Merkmal von Naturgärten liegt in der Verwendung von gebietseigenen bzw. im weitesten Sinne heimischen Pflanzen. Unser Ziel ist eine Verwendung von mindestens 60 % heimischer Pflanzen in der Gestaltung von naturnahen Gärten und Freiräumen.
  4. Wir achten dabei auf standortgerechte Pflanzungen und Ansaaten und beziehen standortrelevante Faktoren wie z.B. Bodenart, Temperatur, Licht, Niederschläge, und klimatische Bedingungen in unsere Planungen mit ein.
  5. Wir berücksichtigen jahreszeitlich versetzte Blüh- und Fruchtfolgen und bevorzugen Arten mit einem hohen ökologischen Wert für die heimische Tierwelt.
  6. Wir verwenden keine (invasiven) Arten, deren Vorkommen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets, die für die hier natürlich vorkommenden Ökosysteme und Arten ein erhebliches Gefährdungspotential darstellen. Wir orientieren uns dabei am „Handbuch invasiver Neophyten“ vom NaturGarten e.V. Handbuch_final_Nov2020_weiss-klein.pdf (naturgarten.org)
  7. Möglichst viele der von uns verwendeten Wild- und Kulturpflanzen sowie das Saatgut stammen aus kontrolliert biologischen Anbau.
  1. Wenn vorhanden, recyceln wir regionale, schadstofffreie und natürliche Baumaterialien. Sie sind oftmals kostengünstiger und sind in ihrer Energiebilanz einem Neumaterial überlegen.
  2. Wir verwenden ausschließlich nur regionaltypische Natursteine aus Mitteleuropa, z.B. für Trockenmauern, Wege, Stufen, Sitzplätze und Strukturelemente.
  3. Wir arbeiten mit unbehandelten Holzarten mitteleuropäischer Herkunft (z.B. Lärche Eiche, Robinie, Douglasie und Edelkastanie), möglichst aus nachhaltiger Waldwirtschaft oder Fällungen im Siedlungsraum. Totholzelemente gestalten wir aus Baum- und Strauchschnitt vieler verfügbarer Gehölze.
  4. Wir begrenzen in der Verwendung Kunststoffe, v.a. PVC-haltige Materialien auf ein Minimum oder verzichten komplett darauf.
  5. Wir verzichten bei Pflanzungen auf torfhaltige Substrate und Erden. Moore sind schützenswerte Ökosysteme und wichtige Lebensräume für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Durch den Torfabbau werden Moore unwiederbringlich zerstört.
  6. Wir sind darauf bedacht Ressourcen zu schonen. Vor allem unsere natürlichen Ressourcen Boden und Wasser sind nicht unbegrenzt verfügbar. Wir vermeiden Bodenverdichtungen und bevorzugen bodenschonende und das Bodenleben fördernde Maßnahmen. Regenwasser verwenden wir zur Bewässerung oder leiten es in begrünte Versickerungsflächen ein.
  7. Zur Düngung und Pflanzenstärkung verwenden wir ausschließlich gütegesicherten Grünkompost, organische Dünger oder pflanzliche Auszüge in Form von Jauchen oder Tee.
  8. Integrierter Pflanzenschutz beginnt für uns bei der standortgerechten Auswahl der Pflanzen. Wir verzichten zum Schutz der Biodiversität in Naturgärten und naturnahen Freiflächen auf jegliche chemische Pflanzenschutzmittel und geben technischen, biologischen und bio-technischen Maßnahmen den Vorzug.
  1. Alle Naturgärten und naturnahen Flächen bedürfen auch einer naturnahen Pflege.Wir richten uns mit unseren Pflegekonzepten an den natürlichen Kreisläufen. Mäßig regulierende und auf die Besonderheit der Pflanzung abgestimmte Pflegeintervalle, sowie sanfte Schnittmaßnahmen sind sowohl auf die jahreszeitlichen Anforderungen als auch auf die Besonderheiten der Pflanzung und auf den Erhalt ihrer Funktionsfähigkeit ausgerichtet.
  2. Bei der Bekämpfung von unerwünschten Begleitkräutern verzichten wir auf die Verwendung von chemischen Herbiziden.
  3. In der naturnahen Pflege ist weniger Pflege oft ein Mehrwert für die Artenvielfalt. Hierbei setzen wir in der Entwicklungs- und Erhaltungspflege auf biodiversitäts- fördernde bzw. -schonende Pflegemaßnahmen, ohne sichtbar störend in das natürliche Erscheinungsbild und in die natürliche Dynamik der Pflanzung einzugreifen.
  4. Wir verzichten in der naturnahen Grünpflege auf den unnötigen Einsatz von Laubsaugern und Laubgebläse und raten zum Schutz von Kleinsäugern wie z.B. Igel von der Verwendung von Mährobotern ab.
  • Beratung, Planung und Ausführung von Naturgärten, naturnahen Gewerbeflächen und öffentlichen Grünflächen
  • Erstellung individueller naturnaher Pflegekonzepte
  • Gartenfachberatung für naturnahes und nachhaltiges Gärtnern (Naturgarten-Prinzipien, Permakultur, Pflanzenschutz, Kompost, u.a.)
  • Neuanlagen von Naturgärten und naturnahen Pflanzungen
  • Naturnahe Umgestaltung von Bestandsgärten
  • Anlage und Pflege von Wiesen, Säumen und Magerrasen
  • Pflanzung von Bäumen und Sträuchern
  • Anlage von insektenfreundlichen und standortgerechten Staudenbeeten
  • Bau von Trockenmauern und anderer Naturstein-Elemente
  • Bau von Totholzstrukturen
  • Bau von Wasserelementen im Garten
  • Balkon- und Kübelbepflanzung mit heimischen Wildpflanzen (Beratung und Ausführung)
  • Pflege von Naturgärten und naturnahen Pflanzungen

Für erbrachte Beratung und Ortstermine durch Dipl.-Ing. oder Gärtnermeisterin berechnen wir 82,00 € netto pro Std.
Die Fahrtzeit ist auch für uns Arbeitszeit. Wir versuchen dabei grundsätzlich die günstigste Strecke zu berechnen.
Hinzu kommt eine km-Pauschale von 0,40 € netto pro gefahrenem Kilometer. Alle Preise zuzügl. 19% UST.

Für die weiteren Schritte zu Ihrem Naturgarten erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles und verbindliches Angebot.

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